Homo floresiensis

Homo floresiensis („Mensch von Flores“) ist eine ausgestorbene Art der Gattung Homo (Mensch), die vor etwa 100.000 bis 12.000 Jahren auf der indonesischen Insel Flores (südlich von Sulawesi) lebte. Die geringe Körpergröße von nur einem Meter, das geringe Gehirnvolumen sowie die Tatsache, dass er noch vor wenigen tausend Jahren existierte, machen ihn zu einem besonderen Fund.

Es ist umstritten, ob es sich bei den Knochenfunden des Homo floresiensis um eine inselverzwergte Frühmenschenart, eine inselverzwergte Population des anatomisch modernen Menschen (Homo sapiens) oder Menschen mit Mikrozephalie handelt. Sollte der Status von Homo floresiensis als eigenständige Art Bestand haben, hätte diese regional mindestens 20.000 Jahre lang parallel mit dem anatomisch modernen Menschen gelebt. Sofern Homo floresiensis als verzwergte Spätform von Homo erectus angesehen wird, wäre damit belegt, dass diese Art in Südostasien erst wesentlich später ausgestorben ist als der Neandertaler in Europa.

Neben dem wissenschaftlichen Namen hat sich die von den Entdeckern in Anlehnung an Tolkiens kleinwüchsige menschenähnliche Phantasiewesen scherzhaft gebrauchte Bezeichnung „Hobbit“ als Spitzname verbreitet.

Suche
Auf der Suche nach Spuren der Wanderung des Homo sapiens von Asien nach Australien fand ein australisch-indonesisches Archäologenteam unter der Leitung von Mike Morwood von der australischen University of New England in der Karsthöhle Liang Bua im September 2003 erstmals Fossilien von Homo floresiensis. Die Knochen waren nicht versteinert, sondern mürbe und durchfeuchtet. Nach sehr vorsichtiger Freilegung wurden sie mehrere Tage getrocknet, anschließend mit Leim gefestigt und konnten schließlich abtransportiert werden.

Es handelte sich um einen weitgehend vollständigen Schädel, einen Oberschenkel-, einen Hüftknochen, sowie Fragmente von Händen und Füßen, die alle zu demselben Individuum gehören. Im Jahre 2005 wurde gemeldet, dass auch die bisher noch fehlenden Ober- und Unterarmknochen des als LB1 bezeichneten Individuums geborgen werden konnten. Das Alter der Knochen wird aufgrund der in knapp fünf Metern Tiefe liegenden Erdschicht, in der sie sich befanden, auf 18.000 Jahre geschätzt. Bei weiteren Grabungen wurden die Überreste von fünf bis sieben weiteren Individuen gefunden, die jüngsten 13.000 Jahre, die ältesten 94.000 Jahre alt. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass keiner der bis jetzt ausgegrabenen Funde selbst, sondern nur das umgebende Material bestimmt wurde. Da es aber vor allem in Höhlen zu komplizierten Umwälzungen von Gesteinen kommen kann, ist nicht sicher, ob der Ton, in dem die Funde eingebettet sind, aus derselben Zeit stammt wie die Funde selbst. So sind Gesteinsschichten oberhalb des ersten Fundes um einige Tausend Jahre älter. Es wird vermutet, dass dies durch eine Überflutung des nahe gelegenen Flusses zustande gekommen sei. Durch die Konservierungsmethode der mürben Knochen ist eine Radiokohlenstoffdatierung bis jetzt nicht anwendbar.

Die Ausgräber stießen auf Steinwerkzeuge wie Klingen, Keile und Ahlen, Feuerstellen und verkohlte Knochen eines Komodowarans, eines ausgestorbenen Marabu (Leptoptilos robustus) sowie Schädel des heute ausgestorbenen Zwergelefanten Stegodon.

Die Hoffnung der Wissenschaftler auf konservierte Mitochondriale DNA in den Resten wird sich wohl nicht erfüllen, da diese wahrscheinlich durch die Feuchtigkeit zerstört wurde (unter entsprechenden tropischen Bedingungen degeneriert genetisches Material innerhalb weniger Jahrzehnte). Ein Vergleich mit ebenfalls nicht versteinerten Knochen des Homo sapiens sowie des Neandertalers Homo neanderthalensis wird deshalb wahrscheinlich nicht möglich sein.

Untersuchung und Interpretation
Die Untersuchungen durch den Paläoanthropologen Peter Brown ergaben, dass es sich bei dem ersten Fund um die Reste einer etwa 30-jährigen Frau von nur einem Meter Größe, einem geschätzten Körpergewicht von 16 bis 29 Kilogramm und einem Gehirnvolumen von etwa 380 Kubikzentimeter (vergleichbar dem von Schimpansen) handelt. Das Geschlecht wurde anhand des Hüftknochens, das Lebensalter anhand des Gebisses ermittelt. Die weiteren Funde belegen, dass die geringe Körpergröße nicht eine individuelle Anomalie darstellt, sondern die durchschnittliche Größe von Homo floresiensis.

Ähnlich klein war nur der afrikanische Hominine Australopithecus, der jedoch schon vor mehr als zwei Millionen Jahren ausstarb und ein anders geformtes Gesicht mit weit stärkerem Gebiss besaß. Das Gesicht des Homo floresiensis ist dagegen menschenähnlich und erinnert, wie auch andere Merkmale, an Homo erectus, der die Insel vermutlich vor 800.000 Jahren besiedelte. Kleinwüchsige Formen des Homo sapiens (z. B. Pygmäen) wiederum unterscheiden sich in Gehirnvolumen und Schädelaufbau kaum von den Großwüchsigen. In der Erstpublikation wurde daher vermutet, dass sich Homo floresiensis aus dem bis zu 1,80 Meter großen Homo erectus zu einer endemischen Zwergform entwickelt hat. Die Beifunde zeigen, dass Homo floresiensis trotz seines geringen Gehirnvolumens Steinwerkzeuge herstellte und das Feuer beherrschte. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu Kontakten mit dem modernen Menschen kam, der bereits vor rund 40.000 Jahren in der Region siedelte.

Auf der Suche nach Spuren der Wanderung des Homo sapiens von Asien nach Australien fand ein australisch-indonesisches Archäologenteam unter der Leitung von Mike Morwood von der australischen University of New England in der Karsthöhle Liang Bua im September 2003 erstmals Fossilien von Homo floresiensis. Die Knochen waren nicht versteinert, sondern mürbe und durchfeuchtet. Nach sehr vorsichtiger Freilegung wurden sie mehrere Tage getrocknet, anschließend mit Leim gefestigt und konnten schließlich abtransportiert werden.

Es handelte sich um einen weitgehend vollständigen Schädel, einen Oberschenkel-, einen Hüftknochen, sowie Fragmente von Händen und Füßen, die alle zu demselben Individuum gehören. Im Jahre 2005 wurde gemeldet, dass auch die bisher noch fehlenden Ober- und Unterarmknochen des als LB1 bezeichneten Individuums geborgen werden konnten. Das Alter der Knochen wird aufgrund der in knapp fünf Metern Tiefe liegenden Erdschicht, in der sie sich befanden, auf 18.000 Jahre geschätzt. Bei weiteren Grabungen wurden die Überreste von fünf bis sieben weiteren Individuen gefunden, die jüngsten 13.000 Jahre, die ältesten 94.000 Jahre alt. Hierbei ist jedoch zu berücksichtigen, dass keiner der bis jetzt ausgegrabenen Funde selbst, sondern nur das umgebende Material bestimmt wurde. Da es aber vor allem in Höhlen zu komplizierten Umwälzungen von Gesteinen kommen kann, ist nicht sicher, ob der Ton, in dem die Funde eingebettet sind, aus derselben Zeit stammt wie die Funde selbst. So sind Gesteinsschichten oberhalb des ersten Fundes um einige Tausend Jahre älter. Es wird vermutet, dass dies durch eine Überflutung des nahe gelegenen Flusses zustande gekommen sei. Durch die Konservierungsmethode der mürben Knochen ist eine Radiokohlenstoffdatierung bis jetzt nicht anwendbar.

Die Ausgräber stießen auf Steinwerkzeuge wie Klingen, Keile und Ahlen, Feuerstellen und verkohlte Knochen eines Komodowarans, eines ausgestorbenen Marabu (Leptoptilos robustus) sowie Schädel des heute ausgestorbenen Zwergelefanten Stegodon.

Die Hoffnung der Wissenschaftler auf konservierte Mitochondriale DNA in den Resten wird sich wohl nicht erfüllen, da diese wahrscheinlich durch die Feuchtigkeit zerstört wurde (unter entsprechenden tropischen Bedingungen degeneriert genetisches Material innerhalb weniger Jahrzehnte). Ein Vergleich mit ebenfalls nicht versteinerten Knochen des Homo sapiens sowie des Neandertalers Homo neanderthalensis wird deshalb wahrscheinlich nicht möglich sein.

Die Untersuchungen durch den Paläoanthropologen Peter Brown ergaben, dass es sich bei dem ersten Fund um die Reste einer etwa 30-jährigen Frau von nur einem Meter Größe, einem geschätzten Körpergewicht von 16 bis 29 Kilogramm und einem Gehirnvolumen von etwa 380 Kubikzentimeter (vergleichbar dem von Schimpansen) handelt. Das Geschlecht wurde anhand des Hüftknochens, das Lebensalter anhand des Gebisses ermittelt. Die weiteren Funde belegen, dass die geringe Körpergröße nicht eine individuelle Anomalie darstellt, sondern die durchschnittliche Größe von Homo floresiensis.

Ähnlich klein war nur der afrikanische Hominine Australopithecus, der jedoch schon vor mehr als zwei Millionen Jahren ausstarb und ein anders geformtes Gesicht mit weit stärkerem Gebiss besaß. Das Gesicht des Homo floresiensis ist dagegen menschenähnlich und erinnert, wie auch andere Merkmale, an Homo erectus, der die Insel vermutlich vor 800.000 Jahren besiedelte. Kleinwüchsige Formen des Homo sapiens (z. B. Pygmäen) wiederum unterscheiden sich in Gehirnvolumen und Schädelaufbau kaum von den Großwüchsigen. In der Erstpublikation wurde daher vermutet, dass sich Homo floresiensis aus dem bis zu 1,80 Meter großen Homo erectus zu einer endemischen Zwergform entwickelt hat. Die Beifunde zeigen, dass Homo floresiensis trotz seines geringen Gehirnvolumens Steinwerkzeuge herstellte und das Feuer beherrschte. Es ist nicht auszuschließen, dass es zu Kontakten mit dem modernen Menschen kam, der bereits vor rund 40.000 Jahren in der Region siedelte.

Eine von William Jungers durchgeführte Analyse ergab, dass Homo floresiensis im Vergleich zu Homo sapiens ungewöhnlich große und flache Füße hatte: Während die Füße heutiger Menschen ungefähr 55 Prozent der Länge ihres Oberschenkels ausmachen, hatten die Füße von Homo floresiensis eine Länge von 70 Prozent der Länge ihres Oberschenkels. Ihre Gangart müsse sich daher ebenfalls von der des Jetztmenschen unterschieden haben; vermutlich habe er nicht besonders schnell rennen können, da er seine Füße habe stärker anheben müssen als heutige Läufer. Jungers verglich die Fußknochen ferner mit den Fußknochen von Menschen, Vormenschen und heute lebenden Affen, die in einer großen Datenbank erfasst sind: die größte Ähnlichkeit besteht demnach mit Homo habilis und Australopithecus afarensis.

Ausgestorben ist der Homo floresiensis wahrscheinlich durch einen gewaltigen Vulkanausbruch, der vor 12.000 Jahren auf der Insel stattfand und den gesamten Regenwald zerstörte. Auch von Stegodon sind bisher keine jüngeren Spuren gefunden worden. Am Fundort, der Höhle Liang Bua, bedeckt eine rund einen Meter hohe Ascheschicht die entsprechende Erdschicht.

Einheimische berichteten dem australischen Forscher Richard Roberts allerdings von sogenannten Ebu Gogo, die ihre Vorfahren noch getroffen hätten: „Die Ebu Gogo waren winzig wie kleine Kinder, außer im Gesicht komplett behaart und hatten lange Arme und einen runden Trommelbauch. Sie murmelten ständig in einer unverständlichen Sprache, plapperten aber auch nach, was wir ihnen sagten.“ Der letzte dieser Ebu Gogo soll erst kurz vor der Kolonisation der Insel durch die Holländer verschwunden sein.

Da die Funde erst seit kurzer Zeit untersucht werden, sind die Schlussfolgerungen und die Einordnung als Unterart von Homo erectus als vorläufig zu betrachten. Die Entdeckung des Homo floresiensis gilt jedoch schon heute als eine der bedeutendsten der letzten fünfzig Jahre. Von besonderem Interesse ist dabei die Verbindung von geringem Hirnvolumen (weniger als die Hälfte verglichen mit dem Homo erectus und weniger als ein Viertel verglichen mit Homo sapiens) mit der Fähigkeit Kulturtechniken wie Werkzeugherstellung und den Gebrauch des Feuers zu beherrschen.

Peter Brown wurde, angesprochen auf die vielen offenen Fragen im Zusammenhang mit dem weiblichen Skelett, in New Scientist (18. Juni 2005) so zitiert: „Was sie uns wirklich zeigt, ist, wie wenig wir über die Evolution des Menschen wissen.“

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Homo_floresiensis (23.02.2010)

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